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zuhoerer 1 20180314 1481577043Stehwellen im Kabel
Stehwellen messen ist doch ganz einfach. Man hängt irgendwo ein SWR-Meter zwischen Sender und Antenne und gut ist. Das VSWR wird angezeigt, sobald gesendet wird. Angezeigt ja  —  aber was wird denn da angezeigt? Kann ich das VSWR wirklich messen oder sehe ich nur einen Zeigerausschlag, der so möglicherweise nicht sein sollte?

In seinem Vortrag sagte HB9YJ, Werner, dass in der Physik zwischen der Erfassung eines Messwertes und seiner Darstellung,  z. B auf einer Anzeige, erfolgt meistes eine Umwandlung. Er sprach auch vom "ins Kabel hineinschauen". Wie geht das? Optisch wohl kaum möglich, aber mathematisch ganz bestimmt. Über ebendieses Thema handelt der Vortrag.

Zusammenfassung 
Bei einem fehl angepassten Hochfrequenzkabel entstehen im Kabel sogenannte "stehende Wellen". Der Grad der Fehlanpassung und damit das Verhältnis der grössten zur kleinsten Amplitude der Stehwelle kann am Kabeleingang "gemessen" werden. Am Beispiel der von Werner Buschbeck 1939 patentierten Messschaltung wird der Messvorgang erklärt. Aus den am Kabeleingang gemessenen Amplituden der Spannung und des Stromes sowie dem Wert des Wellenwiderstandes des Kabels werden mit der Buschbeck-Schaltung zwei Spannungswerte gebildet. Der Quotient dieser beiden Spannungen ergibt den Fehlanpassfaktor (auch Reflexionsfaktor genannt), der z. B. über den Ausschlagwinkel eines Quotientenmesswerks angezeigt wird. Die Skalenteilung des Quotientenmessers ist so ausgeführt, dass direkt das SWR und meist noch andere Werte abgelesen werden können. Obwohl man von einem SWR-Messgerät spricht, werden tatsächlich nur Werte von Strom und Spannung am Kabeleingang gemessen. Daraus kann auch mit analogen Bauelementen das Eingangssignal für das analoge oder auch digitale SWR-Anzeigerät berechnet werden.

Mit Hilfe einer Simulationssoftware konnte die Buschbeck-Schaltung "in Funktion" bei verschiedenen Anwendungsfällen demonstriert werden. Es zeigte sich, dass die Mess-Schaltung über einen weiten Frequenzbereich, einen beliebigen Bereich von ohm'schen oder komplexen Abschlüssen und beliebigen Kabellängen korrekt misst.

Zum Schluss liess uns der Referent anhand eines speziellen Simulations-Kabelmodells direkt ins Kabel blicken und die Stehwellen sehen. Hier ein paar Eindrücke, wie so etwas aussieht:

Ein paar Folien
Die illustere Zuhörerschar